Was ist mein Lebenszweck?
Für die meisten Menschen ist diese Frage eine sehr philosophische, oft die schwierigste Frage überhaupt vorstellbar. Der “Sinn des Lebens”.
Für mich ist er völlig klar: Ich möchte Techniken wiederentdecken und Geschichten sammeln, die uns wieder naturverbundener leben lassen können.
Der Bereich, in dem ich mich in letzter Zeit am häufigsten aufhalte, ist mit praktisch dogmatischer Sturheit der genau gegenteilige Bereich. Der Bereich, der zwar weiß, dass er der Erde entsprungen ist, der aber stets gen Himmel schaut. Der Bereich, der sich selbst am Leben erhält, weil er Dualität erzeugt: Die Sprache, das Symbolische, das Formelle, das Regelbasierte, das Exakte, das Technische, das Rationale, Null und Eins.
Doch der Grund dafür, dass ich darauf so fokussiert bin, ist nicht, weil ich es mag. Ganz im Gegenteil. Oft sträubt sich alles in mir dagegen, aber ich sehe es als meine Pflicht an, weil ich scheinbar diesen inneren Trieb habe, also warum ihn nicht für das Wohl der Menschheit gebrauchen? Also irgendwie mag ich es schon, weil sich zumindest meine Arbeit sehr bedeutungsvoll anfühlt, aber rein körperlich ist es einfach unfassbar belastend und erschöpfend.
Auf abstrakter Ebene war es der frühe Morgen des 30. Juni 2024, an dem mir zum ersten Mal der Begriff “Einheit/Unity/hen” + “Liebe/Love/philia” im Kopf erschien, was für mich eine sehr emotionale Angelegenheit war. Natürlich habe ich direkt die Domain registriert (auf diesen Begriff ist eh noch nie jemand gekommen), was dann zu https://henophilia.org geworden ist.
2025 war für mich ein sehr hartes Jahr, da ich zwar irgendwie wusste, wie ich mich in meinem Körper fühlen wollte, allerdings total planlos war, wie ich das in die Realität umsetzen könnte. Ich bin umher geirrt, zwar nicht komplett ziellos, aber zumindest mit keiner erreichbaren nächsten Stufe vor mir.
Seit Anfang diesen Jahres ist das anders, weil ich die Bedeutung von Essen und Sport entdeckt habe (ich berichtete).
Und auch, wenn ich das in Richtung Sport immer noch nicht begriffen habe und ich zumindest bei dem Teil derzeit noch ziellos umher irre, ist es beim Essen ganz anders. Gerade jetzt steht hinter mir ein Gericht, das ich eben aus dem Backofen geholt habe, und ich freue mich darauf, zu essen. Ich kann kaum überbetonen, was für ein großes Ding das für mich ist. Bis Anfang diesen Jahres war Essen für mich nicht mehr als eine lästige Verpflichtung, semi-leckere Dinge zu essen, einfach um zu überleben. Doch inzwischen kenne ich Rezepte, die ich wirklich mag und werde immer geübter im Kochen.
Ich habe inzwischen nicht nur rational erkannt, sondern auch körperlich gelernt, dass mir Naturnähe beim Essen sehr gut gefällt. Es ist mein allererster Schritt bei der Realisierung meines neuen Lebens. Ich hoffe, etwas Ähnliches in den nächsten Monaten auch in Richtung Sport zu erleben, also zum ersten Mal in meinem Leben so wirklich zutiefst positive Erlebnisse in Verbindung mit körperlicher Aktivität zu haben, da ich derartige Erlebnisse einfach noch nicht hatte.
Seit Beginn des Jahres haben sich so zwei Säulen in meinem Leben ergeben: Himmel und Erde, Geist und Körper, Symbolik und Erleben, Denken und Sein, Planen und Bauen, kosmisch und bodenständig, Arbeiten und Gefühle.
Angenommen, meine Spiegelung auf einem kristallklaren See würde sich nicht zur Seite erstrecken, sondern nach oben und unten gleichmäßig, dann fühlt es sich an, als würde die Spiegelung immer länger werden, sowohl nach oben als auch nach unten.
Ich strebe in die höchsten Höhen, nämlich unter anderem in die Transformation aller bestehenden globalen Regierungs-/Governance-Strukturen in eine vereinheitlichte formale Sprache. Das Erschaffen einer Computerarchitektur, die sich daraus auszeichnet, dass für sie alle anderen technischen Systeme feindlich reverse-engineert wurden, um die gesamte globale IT auf Semantic Web zu bringen. Das Herstellen eines Weges, damit jeder weltweit seinen Regierungen jederzeit unmittelbar Feedback geben kann, und diese das nicht mehr ignorieren können. Dass Menschen zuhause einen kleinen Daten-Vault haben können, um endlich auch physisch echte Eigentümerschaft über ihre Daten haben zu können. Banken gründen. Welthunger lösen. Weltfrieden. Go big or go home.
Aber ich weiß auch, dass mein inneres Kind Liebe, Nähe und Gefühle braucht. Ich bin unheimlich enthusiastisch über meine technischen, brainy Ziele, aber in Wahrheit ist es gar nicht mein Ziel, Welthunger zu lösen oder Weltfrieden zu erzeugen, denn auch wenn ich selbst viel dafür tun kann, muss die eigentliche Transformation ja über mehrere Generationen erfolgen, da viele Menschen in ihren Denkmustern festgefahren sind.
Ich will also die Maschine bauen, die dazu führt.
Diese Maschine wäre einfach ein Stück Software, das Governance-Strukturen von menschlicher Sprache in formale Sprache übersetzen kann, um diese Strukturen in Computersystemen zu repräsentieren, plus eine Architektur für eine Laufzeitumgebung und eine zugehörige Referenzimplementierung. Es geht um genau die Verwaltungsstrukturen, deren Funktionsweise (also die Regeln, nach denen sie operieren) sowieso schon einvernehmlich in der jeweiligen Gruppe beschlossen wurde, und wo wir nun den “Missing Link” zwischen Rechtsdokumenten (bspw. Gesetzestexte, Statuten, Verträge, Urkunden) und IT schaffen müssen. Es geht nicht um die Auslegung (die bliebe natürlich bei Menschen), sondern um die Umsetzung. Ich baue formale Systeme nicht, um das Leben zu ersetzen, sondern um es von unnötiger formaler Last zu befreien.
Mein Ziel ist, in der Verwaltung von allem komplett vom Papier wegzukommen, und gleichzeitig Privatsphäre und Interoperabilität zu maximieren.
Das, was derzeit sowieso schon Millionen beim Staat, bei Versicherungen, bei Banken usw. angestellte Programmierer machen. Diese sind Teil des Sands im Getriebe der Gesellschaft: Die Übersetzung von Entscheidungen in IT dauert einfach zu lange. Sie sollte ohne Zeitverzögerung erfolgen. Und ich bin in dieser glücklichen, seltsamen Position, in meinem Job unfassbar viel Erfahrung mit regulatorisch korrekten Computersystemen (also Steuersoftware für Banken) gesammelt zu haben, sodass es sich auch irgendwie wie Verschwendung anfühlen würde, wenn ich das jetzt nicht nutzen würde.
Dieser Übersetzer muss einfach erst mal laufen. Alle Informationen, basierend auf welchen dieses System operieren würde, gibt es schon: die Gesetze, die Verordnungen, die Dienstanweisungen, teils öffentlich, teils privat. Öffentliches bleibt öffentlich, Privates bleibt privat und der Übersetzer von Regierungsstrukturen in formale Sprache ist open source.
Programmierer und alle anderen, die routiniert mit rein Software-bezogener IT interagieren, sollte es nicht mehr geben. Große Datenzentren oder Serverfarmen sollte es nicht mehr geben, da jeder seine Daten zuhause und unter der eigenen Kontrolle haben sollte.
Und wenn das erst mal erledigt ist, dann geh ich überall in die Natur, in den Wald oder Dschungel und mach erst mal Sabbatical. Ich freu mich soooo sehr darauf, irgendwann einfach den Laptop zum letzten Mal auszuschalten. Wenn ich einfach weiß, der Samen ist gepflanzt, die “Epidemie der Eigenverantwortlichkeit” (im positiven Sinne) breitet sich aus, das Flugzeug fliegt und ich muss endlich nicht mehr jeden Tag vor dem Bildschirm meinen Geist und Körper missbrauchen.
Ich denke schon, dass ich früher oder später wieder echten Spaß daran finden würde, mit Computersystemen zu interagieren. Coding Art wird gigantisch werden, sobald diese Transformation erst mal passiert ist.
Aber erst mal will ich, solange wie ich mich danach fühle (vielleicht nur ein paar Monate, vielleicht viele Jahre), Abstand nehmen von allem mit Bildschirmen und gleichzeitig wissen, dass “meine Aufgabe”, was die Bildschirme betrifft, erledigt ist. Dass ich keine Videocalls mehr machen muss, keine E-Mails mehr beantworten muss, nichts mehr programmieren muss, keine Blogbeiträge mehr schreiben muss. Wortwörtlich “von der Bildfläche verschwinden”. In diesem Sabbatical würde ich mich höchstwahrscheinlich bedeutend verändern, sodass alles danach sowieso noch nicht absehbar ist.
Ich hoffe so sehr, dass ich die Ankündigung des entsprechenden Projekts bereits in diesem Jahr machen kann.
Ich frage mich, ob mich irgendwann jemand aufhalten wird. Falls ja, erinnert euch an mich :D


Ich verstehe leider nicht so viel vom Programmieren, Dein Projekt hört sich aber genial an. Ich verfolge gespannt Deinen weiteren Weg und drücke die Daumen.