Die Wiederbelebung der Gesellschaft
Wenn wir unser Leben dorthin orientieren, die einzelnen Harmonien (inkl. Schlaf) realisieren zu wollen, was ist dann der passendste Begriff für das, was dann mit der Gesellschaft passiert?
In diesem Artikel möchte ich argumentieren: “Wiederbelebung” trifft es ziemlich gut.
Nicht im “Erste Hilfe”-Sinne, sondern durch Entfachen der immer da gewesenen und einfach nur unterdrückten Glut des Lebenwollens.
Was ich bei mir, mit meinem “gutbürgerlichen” Hintergrund, wo “Verstand” das höchste der Gefühle ist, festgestellt habe, ist: In dieser Welt ist Verstand reine Kopfsache. Der eigene Körper wird zum Wissenschaftsobjekt degradiert, das nicht fühlt, sondern auf eine bestimmte Art und Weise “funktioniert”. Eine Einheit der Körpersysteme wird nicht gesehen. Sex passiert mit der Vagina und dem Penis, Sport betrifft die Muskeln, Symbolik ist Zahlen, Natur wird gefühllos benutzt.
Alles irgendwie wahr, aber auch unfassbar einschränkend. Die Art und Weise, wie man als normaler Mensch derzeit die Welt erlebt, ist extrem “differenziert”, sodass die einzelnen Bereiche isoliert voneinander betrachtet werden.
Genau wie die Wiederbelebung in der Ersten Hilfe eine Herzdruckmassage und Beatmen braucht, braucht die Wiederbelebung der Gesellschaft das Beibringen von Techniken. Nicht nur jungen Menschen, sondern Menschen aller Altersgruppen.
Dabei sind wir nicht auf Institutionen angewiesen, ganz im Gegenteil. Der staatliche und sonstige institutionelle Apparat wird sich niemals ändern. Jeder kann lehren, jeder kann lernen.
Körpertechniken sind der Wissenschaft überlegen, da sie die Grundsubstanz für gute Wissenschaft legen: Wohlbefinden der Wissenschaftler.
Wir haben das Schlaraffenland ziemlich nah bei uns, und wir können so ziemlich jeden einzelnen Quadratzentimeter davon berühren, außer vielleicht diese eine Stelle zwischen den Schulterblättern.
Ich weiß noch lange nicht, wie genau.
Für mich tut sich diese riesige Welt gerade erst auf, das riesige Loch des Unwissens über meinen eigenen Körper.
Letztens habe ich mehrere Stunden mit ChatGPT hin- und her geschrieben, einfach weil ich herausfinden wollte, was mir körperlich fehlt.
Und das Hauptergebnis war: Der Sinn dafür, was mir fehlt, fehlt mir.
Und wer sollte es mir verübeln?
Ich bin in einer Gesellschaft aufgewachsen, die mich im Grunde schon bei der Geburt an in eine unfassbar mächtige Schaltzentrale gesetzt hat, und ich habe nie eine Betriebsanleitung bekommen und kenne demnach nur die Bedeutung von vielleicht 5% der Knöpfe, Schalter und Anzeigen, obwohl diese Schaltzentrale sowieso zu 99,9% mit allen anderen Menschen gleich ist.
Derzeit sperren wir uns als Gesellschaft in unseren eigenen Körpern ein, weil der Körper von viel zu vielen als reines Arbeitsobjekt (also lediglich zum Denken/psychische Arbeit oder zur Bewegung/körperliche Arbeit) gesehen wird.
Wir regulieren den Energieaustausch innerhalb von Maschinen (Regelungstechnik/Cybernetik), wir regulieren den Energieaustausch innerhalb der Gesellschaft (Steuern/Regulatorik), also warum nicht auch den Energieaustausch unseres eigenen Körpers (sowohl intern als auch mit der Umgebung)?
Fein abgestimmte Maschinen brauchen Konstrukteure, von Menschen durchzuführende Arbeit braucht Richtlinien, und diese Richtlinien ergeben sich völlig logisch und für jedes Individuum einzigartig aus der Beobachtung der Bestandteile des eigenen Körpers.
Erst kommt die Erde, dann kommt der Körper, und erst wenn der sich wohlfühlt, dann kommen auch gute Gedanken und Ideen.
Eine Revitalisierung, eine Lebendigmachung der Gesellschaft. Auch ich falle immer wieder in das kopfzentrierte Sein zurück. Immer wieder denken die Worte bei mir, dass sie der ultimative Schlüssel zur Selbsterkenntnis wären.
Doch Selbsterkenntnis basiert nicht nur auf Worten. Für echte Selbsterkenntnis muss das Denken erkennen, dass es selbst lediglich gleichberechtigt gegenüber den anderen Körpersystemen ist. Es ist ein Denken, das sich selbst entmachtet, da es erkannt hat, dass sein ehemaliger Machtwille und seine ehemalige Zentrierung auf sich selbst nicht gesund ist.
Loslösung von den primär aus Büchern bestehenden Religionen bedeutet auch, das durch diese Religionen erzeugte Ungleichgewicht zwischen dem Kognitiven und dem Rest des Körpers wieder aufzulösen.
Der Kunstgriff, den Judentum, Christentum und Islam (und natürlich auch viele andere) gemacht haben, ist, das Symbol (also die Buchstaben an sich) zu vergöttlichen. Den bspw. im Bibelunterricht gelernten Buchstaben auf Papier wurde folglich mehr Bedeutung zugemessen als einem subjektiv erlebten “das möchte ich nicht” oder “das fühlt sich nicht gut an”. Und Symbole sind rein kognitiv erfassbar, also ausschließlich mit dem Denken.
Sich davon zu befreien ist definitiv eine Herausforderung, wie ich es ja tagtäglich erlebe. Auch wenn ich bei vielen Dingen meinem Denken sehr danken kann, fühle ich mich insbesondere vor und nach der Arbeit von meinem Denken praktisch schon “bedrängt”, verfolgt. Es ist immer da, und ich kann es nicht abschalten.
Zu lernen, mein Denken abzuschalten (nicht im Sinne der transzendierenden und damit den Körper komplett verdrängenden Meditation, sondern im Sinne davon, mehr in meinem eigenen Körper zu sein, also mich geerdet und verbunden mit meinem nicht durch Gedanken unterbrochenen körperlichen Erfahren zu fühlen), wird eines meiner größten Vorhaben für 2026.
Zu viel im Kopf zu sein führt zu ausnahmslos allen großen sozialen Problemen, die wir derzeit haben: Den Menschen geht es so schlecht, dass sie sich einfach nicht befreien können. Es ist wie in Nordkorea. Hungernde Menschen können nicht ordentlich denken, und manische, kalte, überemotionale, depressive usw. ebenso wenig.
Doch zumindest haben wir einen grundlegenden Vorteil, wenn wir zumindest genug Essen haben: Wir können was machen. Der Mensch besteht aus Sonne, Erde und Luft. Nichts anderem. Er muss, abgesehen von Spuren von Mineralien und dem Wasser aus der Erde, organisches Material essen. Am Ende jeder Nahrungskette steht immer eine Pflanze. Und wie kann die wachsen? Nur durch Photosynthese, die es ohne Sonne nicht gäbe.
Sofern man nicht am Hungertuch nagt, sollte man stets die Harmonien der Lebenssysteme erstreben. Das ist keine diffuse Intention, sondern eine Sache der Recherche und der Autodidaktik. Alles Wissen dazu ist da, wir müssen es nur lesen. Das Denken kann sich sowohl einsperren als auch selbst befreien, dafür haben wir ja den freien Willen.
Das braucht Mut. Und ich denke, den hast du.

