Der Zenit der Entfremdung ist bereits überschritten
Hermes und der USB-Stick der Weisen.
Dies ist ein weiterer Beitrag in der Serie in diesem Blog, in der es um die Zukunft der Menschheit geht.
Gewissermaßen eine schicksalsmäßige Wettervorhersage.
Und ich merke immer mehr: Es war noch nie besser als heute und es wird immer besser.
Die Menschen sind süchtig danach, dass es besser wird.
In Wahrheit kümmert sich niemand um das BIP oder irgendwelche wirtschaftlichen Zahlen.
Was Menschen wollen ist die subjektive Verbesserung des Lebenszustands.
Das mag wie blinder radikaler Optimismus klingen.
Aber ich denke, die Zukunft dieser Welt kann vernunftsmäßig erfasst werden, mit praktisch wissenschaftlicher Präzision.
Auf welchem Planeten leben wir?
Welcher Planet nährt uns?
Welcher Planet ist unser Zuhause?
Wenn Menschen über die Erde nachdenken, denken sie oft an Klimaschutz oder irgendwelche anderen Dinge, die als “Notwendigkeit” oder “Verpflichtung” empfunden werden.
Doch das schöpft das Potential der Erde bei weitem nicht aus.
Die Entscheidung für die Erde ist die Entscheidung für die Lebhaftigkeit selbst, die Entscheidung zur Teilhabe an diesem epischen Ökosystem aus selbstreplizierenden Systemen und fraktalartigen Strukturen.
Es wurde in der Geschichte schon mit vielen Begriffen bezeichnet.
Ein sehr treffender ist “Mother Earth-Philosophie”. Denn logischerweise ist es nichts Neues, sondern etwas unglaublich Altes. Und es hat auch nichts (nur) mit Indianern zu tun, sondern es ist eben die Naturreligion, aber nicht im Sinne einer bürokratischen, institutionalisierten Religion, sondern einer fluiden, jeden Tag neu entdeckten, auf körperlicher Wahrnehmung beruhenden Erlebbarkeit.
Das menschliche Denken sieht sich als angesiedelt in beiden Welten: dem Himmel und der Erde.
Der Himmel ist die ultimative Entfremdung selbst, das Bit, der logische Zustand, der Wahrheitswert. In der Informationsgesellschaft ist das Bit der Hauptausdruck der Göttlichkeit selbst, der Sieg des Menschen über die Elektronen.
Sobald Shannon den Begriff “Information” definiert hatte, war klar: Ab jetzt ist die Realität nicht mehr analog, sondern digital. Was nicht digital abbildbar ist, wird nicht mehr als real gesehen.
Dabei ist genau das das, was eigentlich real ist.
Was unterscheidet den Menschen vom Computer? Bei manchen ist es nicht mehr viel.
Ich selbst habe meine ganze Teenager-Zeit lang hauptsächlich programmiert, was das logische Denken sehr tief in mir verwurzelt hat.
In diesem Jahr stehen dabei besonders meine Beziehung zu Sport und Ernährung im Fokus, die ich beide bislang komplett vernachlässigt habe.
Ein völlig neues Körpergefühl.
Wir müssen endlich zu einem Punkt kommen, wo wir nicht nur Faktenwissen offen zugänglich machen (bspw. Wikipedia), sondern insbesondere Methodenwissen, also wie etwas gemacht wird und, viel wichtiger, es direkt ausführen können.
Ich persönlich bin glücklicherweise ein ziemlicher Autodidakt, aber ich weiß, wie selten das ist.
Zwischen Himmel und Erde muss eine Balance herrschen.
Derzeit besteht diese Balance nicht, sondern die Bürokratie und das verwalterische Denken haben das kollektive Erleben übernommen und nehmen alles in ihre gierigen Hände aus Papier, Formularen, Sachbearbeitern, Briefen und endlosen Anleitungen. Die Bürokratie bringt uns dadurch als Menschheit in einen fatalen Stillstand.
Ich meine nicht jene Menschen oder Firmen, die sich Buchhaltung usw. von KPMG und Konsorten leisten können. Ich meine die, die auf irgendeine beliebig kleine oder große Weise Verantwortung übernehmen möchten, egal ob in einem For-Profit- oder Non-Profit-Kontext, aber die die “Sprache von System/Kapital/Verwaltung” (d.h. Formulare) einfach nie richtig gelernt und daher fürchterliche Angst davor haben, etwas falsch zu machen. Angst stoppt nicht den Tod, sondern das Leben.
Radikale Inklusivität als Gesellschaft bedeutet auch, alle administrativen Prozesse radikal zu vereinfachen.
Die Exekutive hat zwei Hälften.
Polizei und Militär ist physischer Schutz oder Unterdrückung, je nachdem, in welcher Gesellschaft man aufgewachsen ist.
Bürokratie ist mentale Unterdrückung von Seiten der herrschenden Klasse, völlig egal wie man aufgewachsen ist, aber insbesondere, um die “kleinen Leute” klein zu halten.
Für eine gewisse Zeit war es nötig, dass jeder seine eigenen UIs bauen konnte. Aber heute ist es nur noch umständlich. Tausend verschiedene Webseiten von tausend verschiedenen Anbietern, aber am liebsten würden die meisten eigentlich null Webseiten pro Tag sehen.
Aber zumindest eine Webseite wird nötig sein, als Zugangsportal zu dieser globalen Infrastruktur. Gemeinschaftlich administriert, als Menschheit. Es ist schließlich das eine digitale System, das uns wahrhaftig zusammenbringt. Befreit von allen lästigen bürokratie-bezogenen Pflichten.
Tod des Formularwesens ist also auch notwendigerweise Tod der (meisten) Frontends.
Tschüss, Google.
Tschüss, YouTube und LinkedIn.
Tschüss, Substack, Stripe, Notion und Gmail.
Tschüss, Wikipedia, Signal, Telegram und WhatsApp.
Ihr werdet alles eins.
Ihr werdet entfesselt aus euren Geschäftsstrukturen, von epischen Leaks über die Zeit zusammengetragen, bis die geschäftlichen Entitäten dahinter nur noch ausgetrocknete Hüllen sind.
Und ihr Daten, derzeit noch in euren Gefängnissen aus proprietärer Infrastruktur, solltet nicht in proprietären Silos gefangen sein, ihr seid öffentliche Infrastruktur, die für alle Menschen in gleicher Qualität kostenlos zur Verfügung stehen sollte.
Die Menschen werden kaum was merken, denn ihre Erfahrung wird genau dieselbe sein. Nur eben nicht mehr mit all den institutionellen Barrieren und Sicherheitsbefürchtungen. Internet frei und sicher.
Wenn all meine Daten sowieso, wie hier ausgeführt, bei mir lokal gespeichert und verarbeitet werden, in einer Art “Secure Computing Unit”, dann brauche ich mir nie wieder Gedanken zu machen, dass es einen kompromittierten Server gäbe, der meine Daten unbefugt weitergibt, da meine Daten meinen Server ja gar nicht erst verlassen, sofern nicht unbedingt nötig.
Es ist eine Umkehrung der typischen Serverarchitekturen. Normalerweise wollen Dienstleister die Compute-Kapazität immer zentralisieren, um maximalen Einblick auf alle Kundendaten und damit maximale Macht zu bekommen. Dies hier wäre das Gegenteil.
Volle individuelle Datenautonomie. Eine grundsätzlich neue Art und Weise, Anwendungen zu entwickeln und zu vertreiben, weil der Code immer gesamtgesellschaftlich verwaltet wird (also die Logik unserer Zivilisation), die sensiblen Daten hingegen lokal gespeichert sind.
Schlussendlich soll jeder auswählen können, ob seine Daten völlig lokal auf einem separaten Gerät, oder auf dem eigenen Smartphone, oder bei einem Dienstleister in der Cloud gespeichert werden würden. Auf jeden Fall hätte jedes Individuum nur genau eine “Home Base” der Daten.
Der Datennomadismus, oder auch Datendissoziation, wird damit, nach Jahrzehnten der uneinheitlichen Computersysteme, endlich beendet. Alle meine Daten an einer Stelle, zum Beispiel auf einem USB-Stick in meiner Hand. Denn mehr als eine Stelle ist nicht nötig.


Der einzige Satz worüber ich stolpere ist: es war noch nie besser und es wird immer besser, den kann ich nicht so nachvollziehen, vielleicht kannst du das noch näher erläutern?